Mein Klavierunterricht – Zum Lernen

6. Üben und Methode
Nicht so sehr auf das Üben der Technik kommt es an wie auf die Technik des Üben.s (Franz Liszt, einer der bedeutendsten Pianisten aller Zeiten)

Ein wesentlicher Stellenwert im Unterricht gebührt der Übemethodik. Bereits ab der ersten Klaviersstunde muss der Schüler an die Prinzipien effektiven Übens herangeführt werden, um die Wichtigkeit der Übeweise zu verinnerlichen.

Im kollektiven Bewusstsein der meisten Klavierschüler hat sich die Übezeit als wesentliches Kriterium für den zu erwartenden Fortschritt verankert – wohl aufgrund ihrer einfachen Messbarkeit. Nehmen wir einmal an, ein 10jähriger Schüler, der täglich 30 Minuten übt, würde seine Übezeit verdoppeln. Unter Berücksichigung der zu erwartenden Intensitätsminderung können wir von einer Steigerung des Lernfortschritts auf das Eineinhalbfache ausgehen. Durch eine Optimierung der Übeeffektivität hingegen läßt sich leicht eine Verzehnfachung des Lernfortschritts erzielen! Denn: Wie viele Minuten einer Stunde – glauben Sie – verwendet ein Schüler wohl tatsächlich für die gezielte Beseitigung von Unzulänglichkeiten? – Allzu oft gewinnt da doch das „Durchspielen“ die Oberhand.

Fazit: Dem Schüler beizubringen, wie er in möglichst kurzer Zeit möglichst nachhaltig Schwächen ausräumt, gehört zu den obersten Zielen meines Klavierunterrichts. Letztendlich muss er die Anwendung dieses Wissens als wertvollsten Bestandteil seines Übens erkennen und in seinen Übealltag als selbstverständlich integrieren.Der Klavierunterricht unterscheidet sich vom Basisunterricht für Kinder und Jugendliche vor allem durch die größere Freiheit in den Zielen. Während die Unbestimmtheit der Ziele bei Kindern meistens erfordert, alle Wege offen zu halten, basiert der Erwachsenenunterricht auf individueller Zielvereinbarung.